Nudeln

Nudeln, das ist so eine Sache. Europäer sind geprägt von italienischer Nudelkultur. Nudeln in Korea sind in zweiter Reihe. Sie stehen nicht so im Mittelpunkt, da sich ja fast alles um den Reis dreht. Wenn sie aber auf den Tisch kommen, dann haben sie es in sich! Sie sind kalt! Und scharf! Kalte extrem scharfe Nudel an heißen Tagen: danach sind alle Lebensgeister hellwach!! Scharfe kalte Nudeln sind einfach großartig. Sie werden serviert mit eingelegtem Gemüse, Salat, Rohkost und abundzu mit rohem Fisch – alles vermengt mit einer roten Peperonisauce und dazu ein hartgekochtes Ei. Und keine Sorge: das Brennen im Mundraum gehört dazu.
Buchweizenknaeule_swQFür kalte Nudeln gibt es ein weiteres, sehr beliebtes Gericht. Dabei werden gargekochte und abgekühlte Buchweizennudeln in einen eiskalten Rindfleischfond gelegt. Am Tisch unmittelbar vor dem Essen wir ein intensives Meerettichkonzentrat in den Fond eingerührt. Der Fond wird damit nach Belieben aufgepeppt und kitzelt ordentlich in der Nase. Sowas wird in Korea natürlich zelebriert und genossen.

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Schließlich gibt es auch noch warme und milde Nudeln; sie kommen ursprünglich aus China und sind pechschwarz. Nein, keine Sepia und keine Einfärbung der Nudeln, sondern die Soße besteht aus einer fermentierten sehr dunklen Bohnenpaste. Ein ungewöhnlich deftiges sättigendes Gericht und in unserer Erinnerung für immer verbunden mit einem leider frühverstorbenen koreanischen Freund, der sie ohne Atem zu holen in einem Zuge verschlang und erst danach tief nach Luft schnappte. Das machte er immer so.

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